Gesundheitstipp des Monats Juli 2016

01 about

Osteoporose - eine Krankheit alter Leute?

Beim Begriff »Osteoporose« denkt man schnell an alte Menschen mit brüchigen Knochen. Ein Trugschluss, denn auch jüngere Menschen, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen, können von Osteoporose betroffen sein.

Osteoporose bedeutet den Verlust von Knochendichte.1 Das allein ist noch keine Krankheit. Zusammen mit weiteren Faktoren kann Osteoporose jedoch zu einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen führen. Eine Entwicklung, der man hilflos ausgeliefert ist, könnte man meinen. Aber das stimmt nicht. Denn die Knochenstruktur lässt sich in einem bestimmten Maß beeinflussen. So wirken sich beispielsweise Nikotinkonsum und ein zu geringes Körpergewicht negativ auf die Knochendichte aus. Der sogenannte Body Mass Index, der das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße beschreibt, sollte nicht unter 20 liegen. Für einen Menschen mit einer Körpergröße von 1,70 m bedeutet dies ein Gewicht von mindestens 58 kg. Kalziumreiche Ernährung kann zusätzlich den Erhalt der Knochenstruktur unterstützen. Als kalziumreich gelten Kuhmilch, Joghurt, Käse wie Gouda und Emmentaler, aber auch grünes Gemüse wie Blattspinat und Broccoli sowie kalziumreiches Mineralwasser (über 150 mg Kalzium pro Liter). 1000 mg Kalzium pro Tag – am besten mit der Nahrung aufgenommen – gelten als optimal.2Um das Kalzium für den Knochenbau verwerten zu können, benötigt der Körper Vitamin D. Doch Vorsicht: hier sind keine zusätzlichen Sonnenbäder nötig, täglich 15 Minuten Sonne auf Unterarme oder Beine reichen aus.

Und immer wieder bewegen

Es gibt aber noch weitere Ansatzpunkte für einen gesunden Knochenbau. Knochen reagieren auf eine mechanische Belastung, der sie ausgesetzt sind, mit einer Verstärkung der Knochenstruktur. Leider kehrt sich dieser Effekt um, wenn die Knochen nicht regelmäßig beansprucht werden, was nicht nur bei vielen älteren Menschen der Fall ist. Auch vielen Berufstätigen fehlt eine regelmäßige Beanspruchung ihres Bewegungsapparats, zu dem auch das Skelett zählt. Je weniger Bewegung und mechanische Belastung die Knochen erfahren, umso leichter baut sich ihre Dichte ab. Wie kann man mit einem Vollzeit-Büro-Job den Knochenabbau bremsen? Indem der Körper so oft wie möglich gefordert wird.

  • Nutzen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl.
  • Halten Sie Besprechungen und Telefonate im Stehen ab.,
  • Stellen Sie den Drucker und Mülleimer außerhalb der Reichweite des Schreibtischs auf

All das sind Möglichkeiten, mehr Bewegung in Alltag und Knochen zu bekommen. Auch Angebote der Firmenfitness wie eine »Aktive Minipause«, kleinere Gymnastik- oder Yogaeinheiten oder ein Spaziergang in der Pause können dem Knochen helfen. Besonders wirkungsvoll sind Drehbewegungen, wie sie beim Tanzen vorkommen, oder aber Kraftübungen. Beides ist zwar nicht ohne weiteres in den Berufsalltag einzubauen, aber vielleicht können sich die Hobbies ein wenig an diesen Effekten orientieren. Denn Studien haben gezeigt, dass ein zusätzliches Training neben einem bewegten Alltag eine noch bessere Gesamtwirkung auf die Knochendichte hat. Ein sehr wichtiger und günstiger Nebeneffekt von Bewegung im Alltag ist die verbesserte Koordination. Wer seinen Körper im Zusammenspiel der eigenen Bewegungen übt, läuft seltener Gefahr, zu stürzen und so einen Knochenbruch zu riskieren.

Weitere Informationen:

www.barmer-gek.de

Broschüre »Osteoporose verstehen – Knochenbrüchen vorbeugen«

  1. Osteoporose verstehen – Knochenbrüchen vorbeugen. Broschüre, 48 Seiten, BARMER GEK 0214
  2. http://www.dv-osteologie.org/dvo_leitlinien/osteoporose-leitlinie-2014

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