Gesundheitstipp des Monats Oktober 2016

01 about

Stress- und Zeitmanagement – wie Pendler entspannter ihr Ziel erreichen

Früh aufstehen, lange unterwegs sein, Stau, Zugverspätungen und damit Zeitverluste – immer mehr Menschen nehmen das jeden Morgen und jeden Abend in Kauf.

Innerhalb nur eines Jahrzehnts hat die Zahl der Beschäftigten und somit der Berufspendler um 11 Prozent zugenommen, so ein Ergebnis des letzten Mikrozensus der  Bundesregierung. Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen legt täglich weite Strecken zurück, um zur Arbeit zu gelangen. Fast 30 Prozent der Erwerbstätigen hat täglich 10 bis
25 Kilometer in eine Richtung zu pendeln. Weitere nahezu 20 Prozent müssen täglich sogar mehr als 25 Kilometer pro Richtung pendeln – und vier Prozent von ihnen legen mit einer einfachen Wegstrecke von mindestens 50 Kilometern nochmals deutlich größere Entfernungen zurück. Eine große Belastung für viele.

Wie ein Hirnforscher und Nobelpreisträger von der Princeton Universität herausgefunden hat, ist es dabei nicht primär die Weglänge, sondern der Zeitfaktor, der auf Dauer stark belastet und sogar unglücklich macht. Nicht nur Ihre Lebensqualität und Ihre Gesundheit werden strapaziert, weil Sie weniger Zeit zur freien Verfügung haben. Auch Ihre Partnerin, Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihre Angehörigen und Ihre Freundinnen und Freunde können unter Ihrer Abwesenheit leiden.

Vor allem können neben der Zeit oft auch viele Nerven auf der Strecke bleiben. Wer zum Beispiel im Stau steht und weiß, dass gleich eine Präsentation oder ein wichtiger Termin ansteht, der fühlt sich unter Druck gesetzt und es kommt zu einem erhöhten Stresspegel. Dieser Stresspegel kann in einigen Situationen so hoch wie der von Fallschirmspringern oder von Kampfjetpiloten sein – so beschreibt es ein britischer Stressforscher.

Zeitpuffer schaffen: Legen Sie wichtige Termine nicht direkt auf den Arbeitsbeginn, sondern bauen Sie beispielsweise eine Stunde Puffer zwischen Ihrem Arbeitsbeginn und dem ersten Termin ein. Damit sind Staus und Zugverspätungen zwar immer noch ärgerlich, aber Sie müssen nicht befürchten, dass Ihr kompletter Zeitplan ins Rutschen kommt.

Gemeinschaftlich pendeln: Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, dann kann es sinnvoll sein, sich mit Gleichgesinnten zusammen zutun und eine Pendler-Fahrgemeinschaft zu bilden. So können Sie sich nicht nur mit dem Fahren abwechseln, sondern haben zusätzlich noch nette Gesprächspartner. Geteiltes Leid ist halbes Leid, heißt es in dem Fall: Ihr Reisestress wird spürbar geringer.

Die Zugfahrt nutzen: Ein Vorteil von öffentlichen Verkehrsmitteln ist, dass es sich hier gut entspannen lässt. Um sich nicht über die lieben Sitznachbarn zu ärgern, machen Sie es sich am besten mit Ohrstöpseln oder schallabweisenden Kopfhörern bequem. Gegebenenfalls ist ein Nackenkissen dabei hilfreich. So können Sie ungestört lesen, Ihre E-Mails sichten, dösen, Musik hören oder sich in ein Hörbuch vertiefen und Sie kommen zufriedener am Arbeitsplatz an. Sollte Ihr Arbeitgeber die Fahrtzeit als Arbeitszeit anerkennen, dann lassen sich einige Arbeitsaufgaben bereits während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Bereiten Sie sich darauf vor, indem Sie die notwendigen Unterlagen mitnehmen.

»Fahrzeitfreier Tag«: Bei einer besonders langen Anfahrtsstrecke könnten Sie mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef auch einmal darüber sprechen, ob Sie gelegentlich einen Homeoffice-Tag einlegen dürfen. So manches lässt sich unkompliziert auch von zuhause aus erledigen. Schon ein Homeoffice-Tag pro Woche trägt übrigens zu Ihrem Wohlergehen und damit zu Ihrer Gesundheit und zu einer besseren Arbeitsleistung bei – das hat eine Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie der Beuth Hochschule für Technik in Berlin herausgefunden. Haben Sie Überstunden abzubauen? Dann nutzen Sie diese doch in Absprache mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef für einen (Fahrzeit-)freien Tag.

Gleitend in die Arbeitszeit: Gibt es in Ihrem Unternehmen Gleitzeit oder könnten Sie einen entsprechenden Vorschlag einbringen? Der Vorteil: Sie könnten so der morgen- und abendlichen Rushhour entgehen. Und nicht nur das: Sie haben auch weniger Stress bei Stau und zeitlichen Verzögerungen, wenn Sie nicht pünktlich zu einer gewissen Uhrzeit da sein müssen.

Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten mit denen es gelingen kann, den Stress des Pendelns zu reduzieren. Wenn es Ihnen dann noch gelingt, die Pendelzeit sinnvoll zu nutzen, haben Sie weniger das schmerzhafte Gefühl des sinnlosen Zeitverlustes. Auch das wirkt sich positiv auf Ihr Wohlbefinden aus und Ihre Angehörigen und Freunde werden dies sicherlich wahrnehmen.

>>> PDF herunterladen