Gesundheitstipp des Monats April 2016

01 aboutWenn Härchen die Gesundheit gefährden können: Der Eichenprozessionsspinner

Im Frühjahr, wenn es anfängt zu blühen, denkt man häufig an den Schutz vor z. B. Zeckenstichen. Es gibt jedoch eine unterschätzte und bei vielen noch nicht bekannte Art im Tierreich, die ein Risiko für den Menschen darstellen kann – der Eichenprozessionsspinner.

Die Raupen des Nachtfalters schlüpfen zwischen Ende April und Anfang Mai und bauen große Nester in den Baumkronen von Laubbäumen (meist Eichen). Sie können für Sportler, spielende Kinder und alle, die sich draußen aufhalten, eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Die Raupe des Eichenprozessionsspinners verfügt über unzählige Härchen, die bei Kontakt mit der Haut, den Augen oder den Atem wegen allergieähnliche Symptome wie juckenden Ausschlag, Bindehautentzündung und Atemwegbeschwerden hervorrufen. Diese Reaktionen werden wahrscheinlich durch die Haare und das darin enthaltene Nesselgift Thaumetopoein hervorgerufen.  Thaumetopoein bewirkt, dass Histamin, das auch bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle spielt, direkt und ohne Vorliegen einer Allergie ausgeschüttet wird. Die Symptome sind aber die gleichen wie bei einer Allergie. Lästig ist, dass der Wind die Härchen des Eichenprozessionsspinners aus den Nestern mit sich davonträgt. Auf diesem Weg gelangen sie auf Haut und Schleimhäute der Personen, die sich in der Umgebung der besiedelten Bäume aufhalten. Noch nach Jahren können die Härchen bei Kontakt gesundheitsschädlich wirken und schlimmstenfalls einen histaminbedingten Schock auslösen. Der Eichenprozessionsspinner hat sich vor allem in Teilen Ost-, West- und Süddeutschlands in den letzten Jahren immer weiter ausgebreitet. Auf der nebenstehenden Deutschlandkarte des Julius Kühn-Instituts sind die befallenen Gebiete zu sehen.

Entdeckung eines Nests – Was ist zu tun?

Wenn Sie Eichenprozessionsspinner oder ihre Nester entdecken: versuchen Sie keinesfalls, selbst Hand anzulegen. Vorhandene Nester müssen in Spezialkleidung fachmännisch entfernt werden. Informieren Sie die Stadt- bzw. Kreisverwaltung oder das Gesundheitsamt über den genauen Fundort. Von dort aus wird dann die Entfernung des Nests in die Wege geleitet. Sie selbst sollten am besten einen großen Bogen um befallene Bäume machen. Sollte es dennoch zum Kontakt mit den Haaren der Raupe gekommen sein, steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund. Sie gleicht der Behandlung einer Allergie und gehört in ärztliche Hände. Oft werden örtlich angewendete kortisonhaltigen Cremes oder Atemsprays verordnet, auch Antihistaminika können helfen. Bei Atemnot kann auch ein bronchienerweiterndes Medikament sinnvoll sein. Wichtig ist, dass Sie bei ausgeprägten Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, um eine Verschlimmerung der Beschwerden bis hin zum Kreislaufschock zu vermeiden.

Weitere Informationen:

http://www.jki.bund.de/de/startseite/institute/pflanzenschutzgartenbau-und-forst/fg-prozessionsspinner-fakten-folgenstrategien/verbreitung-des-eps.html